denk an das Problem

20. Denke an das Problem

Optimismus ist bloß ein Mangel an Information. Und somit der zweitgefährlichste „Ismus“ überhaupt, gleich nach dem digitalen Infantilismus.

Rasch führt Optimismus zu Meningismus, also einer Reizung der Gehirnhäute mit üblen Kopfschmerzen. Du kannst das vermeiden, wenn du deine Aufmerksamkeit niemals auf die Lösung, sondern immer auf das Problem richtest. Dieses bläht sich dann auf und wächst mächtig in alle Richtungen. Bald füllt wohltuender Pessimismus dein ganzes Gesichtsfeld aus. Es existiert nur noch das Problem. Es drückt dich sanft an die Wand wie ein übergroßer Luftballon. Endlich siehst du nichts mehr von diesem blöden blauen Himmel und der lästigen Sonne.

Apropos Sonne. Das Wetter hilft dir dabei, etwas Wichtiges zu begreifen: Und zwar warum manche sagen, das Glas sei halb voll. Weil die Welt so toll ist? Weil alle Hand in Hand unter einem goldenen Regenbogen lachend Ringelreigen tanzen? Nö. Aber der Regenbogen gibt schon einen Hinweis: Es regnet meistens. Es tröpfelt nass und kalt in dein persönliches Glas, bis es leider halb voll ist. Davor war es perfekt leer, trocken und sauber gewesen, du hattest es doch eben aus dem Geschirrspüler geholt. Die Regenflecken gehen total schwer raus. Aber viel Spaß beim Putzen, du schaffst das!

 

 

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